Frösche, Heuschrecken, Mütter und andere Plagen

Kinder seien Fluch und Segen zugleich, heißt es immer, doch das ist Quatsch. Kinder sind ein Segen, die Eltern sind der Fluch. Also, die anderen Eltern natürlich, nicht wir selbst. Wir sind super, klar.

http://www.awo-vettweiss.de/images/eltern.gif

 

Leider lässt sich der Kontakt mit der Spezies Eltern trotz größter Bemühungen nicht vermeiden. Ein Kind braucht andere Kinder, und die anderen Kinder haben (leider) notwendigerweise auch Eltern und schon geht das Drama los.

Die meisten anderen Eltern haben nämlich ein Rad ab. Oder zwei. [Zitat]

Wenn ein strahlendes Elternpaar sich auf der Wippe am Spielplatz gegenübersitzt, jeder ein Kind zwischen den Beinen und an einem Sonntagvormittag enthusiastisch wippt, kann man davon ausgehen, dass sie vor 6-8 Monaten zum letzten Mal Sex hatten. Wenn sie sich auf dem Spielplatz mit Kuss verabschieden, wenn einer von beiden früher gehen muss, kann man davon ausgehen, dass zuhause die Karottengläschen fliegen. Wenn Paare selbstzufrieden lächelnd belehren, dass „eine Beziehung harte Arbeit“ sei, weiß man, dass sie diese längst niedergelegt haben. Eltern sind selbstgerecht, diskriminierend, realitätsfremd, belehrend, auf ihren verzogenen Sprössling fixiert, nervig. Eltern sind einfach ätzend.
http://s78.photobucket.com/user/Guinness_2006/media/Rottenecards_15992550_4qkzdbyz9r_zps89cc3623.png.html

 

Und sehen wir der Sache ins Auge: am schlimmsten sind die Mütter. Verständlicherweise, denn die Mutterschaft nimmt in ihren Leben sehr viel mehr Raum und Zeit ein, als die Vaterschaft es in den Leben der meisten Männer tut. Frauen definieren sich über ihre Kinder und ihre (selbst festgelegten) Mutterqualitäten – und ja, das ist genauso gefährlich wie es klingt. Das macht Mütter nämlich oft richtig fies. Ärzte sagen immer, der schlimmste Feind des Patienten ist der Patient. Auf Mütter trifft eindeutig zu:

Der schlimmste Feind einer Mutter sind die anderen Mütter. [Zitat]
Mit der Autorin und Soziologin Christina Mundlos [Link] haben wir schon darüber gesprochen, dass Frauen ein so geringes Selbstvertrauen haben, dass sie sich nur aufwerten zu können glauben, indem sie andere Frauen herabsetzen. In der Praxis führt das dann zu solchen Spielplatzgesprächen – wohlgemerkt: Nicht miteinander, sondern übereinander:

Können wir die Aussprüche in diese (oder andere) Sprechblasen reinschreiben??????

Über berufstätige Mütter
http://www.womanaroundtown.com/wp-content/uploads/2013/12/Stressed-out-mom.png

 

* Nichts gegen Karrierefrauen, aber warum muss ich dann unbedingt Kinder in die Welt setzen?
* Kann das Handy keine Sekunde weglegen, weil sie ja sooo wichtig ist!
* Das arme Kind ist öfter im Hort als zuhause!
* Hast du den dreistöckigen Prinzessinnenkuchen gesehen, den sie zum Sommerfest mitgebracht hat? Die muss wohl ihr schlechtes Gewissen kompensieren!
* Der arme Mann, die hat ihm bestimmt noch nie was gekocht. Die bestellen sich vermutlich jeden Abend Pizza.
* Die ist doch total überfordert, deswegen schreit sie ihr Kind auch immer so an!
* Urlaub auf den Malediven! Nur um anzugeben, tun sie dem Kind so eine lange Flugreise an!
* Klar, dass das Kind selbständig ist, es hat ja nie jemand Zeit, der Kleine muss ja alles selber können!
* Da ist das Kind doch auch nur Statussymbol!
* Die armen Kinder, total vernachlässigt, weil die Mutter keine Opfer bringen will!
* Würde mich nicht wundern, wenn der Mann längst eine Affäre hätte.

Über Hausfrauen
http://www.pravda-tv.com/wp-content/uploads/2013/11/eu-hausfrauen-abschaffen.jpg

 

* Kein Wunder, dass die so dünn ist, die hat ja den ganzen Tag Zeit für Sport!
* Kein Wunder, dass die so dick ist, die sitzt ja den ganzen Tag vor dem Fernseher!
* Warum hat die bitteschön einen Hortplatz bekommen?
* Hast du den dreistöckigen Prinzessinnenkuchen gesehen, den sie zum Sommerfest mitgebracht hat? Wenn man sonst nichts zu tun hat!
* Also dafür, dass die den ganzen Tag zuhause sitzt, ist es bei denen aber auch nicht aufgeräumter als bei uns.
* Das ist auch eine von den Frauen, die ihre Kinder als Ausrede benutzen, nie mehr arbeiten zu müssen.
* Die ist doch total unterfordert, deswegen schreit sie ihr Kind auch immer so an.
* Die waren im Urlaub in der Steiermark, mehr können die sich wahrscheinlich auch nicht leisten bei einem Gehalt. Und mit dem verzogenen Schrazen kann man sowieso keine Flugreise machen.
* Das arme Kind ist total unselbständig, weil es die ganze Zeit nur am Rockzipfel der Mutter hängt.
* Die armen Kinder, müssen als Lebensprojekt der gelangweilten Mutter herhalten.
* Würde mich nicht wundern, wenn der Mann längst eine Affäre hätte.

Das Phänomen der „Mean Girls“
Frauen sind sehr oft sehr fies. Sie entwickelten sich zu Zicken um andere Frauen zu demoralisieren und niederzumachen. Laut der Psychologieprofessorin der Universität in Ottawa, Tracy Villaincourt [http://education.uottawa.ca/thefaculty/professors/?lang=en&ref=detail_prof&id=100661], tun sie das vor allem, um ihr eigenes Genmaterial anzupreisen. Frauen waren evolutionär nie in der Lage, sich zu verteidigen, andere zu verletzen oder zu töten, weil das Risiko für sie selbst zu groß war, verletzt (und damit unfruchtbar und unbrauchbar für die männliche Spezies) zu werden, daher wählten sie schon früh den Weg der Diffamierung anderer Frauen. Macht Sinn, denn andere Frauen als Schlampen oder unfähige Mütter zu bezeichnen fügt einem selbst keinen körperlichen Schaden zu. Frauen zielen in ihren Attacken auch auf die Promiskuität anderer Frauen ab (vor allem, wenn diese Single sind, für Mütter ohnehin eine suspekte Frauengattung), weil promiskuitive Frauen ihrer Meinung nach den Wert von Sex generell herabsetzen. – Dieser Ansatz ist nicht nur sehr umstritten, laut Psychologen wie Kim Wallen von der Emory University führt diese passiv-aggressive Vorgehensweise auch nie zum Erfolg, weil es Männern egal ist, ob Frauen einen schlechten Ruf haben. Mist!

In kleinen homogenen Grüppchen (alle haben Dutts, Skinny Jeans, Jack-Wolfskin-Jacken, trinken Milchkaffee, sprechen über Bioessen und Flötenkurse) ist alles noch ganz harmonisch, aber mit den Müttern in ihrer Gesamtheit steht man auf Kriegsfuß.
Es wird gejammert und angegeben. Dazwischen gibt es nichts. Es gibt die coolen, die das iPhone in der einen Hand, den Kaffee in der anderen mit dem Fuß den Kinderwagen schaukeln und, während sie ihr älteres Kind am Klettergerüst im Blick haben, mit der Sekretärin telefonisch kurz den Terminkalender für die folgende Woche durchgehen. Das sind die glücklichen, gelassenen, die Sachen sagen wie „Ich verstehe nicht, worüber sich andere Frauen immer so aufregen, das ist alles reine Organisationssache“, die aber ihre Kinder anschreien, wenn sie allein sind, und abends ohne ihr Glas Wein nicht einschlafen können.
Und dann gibt es die Übermütter, die nur 20 Stunden oder weniger arbeiten und damit schon überfordert sind, die einem jeden Tag aufs Neue erzählen, dass sie vor drei Jahren zum letzten Mal eine Nacht durchschlafen konnten und seit 2005 nicht mehr im Kino waren, denn das würde ja bedeuten, die wertvollen Kleinen einer Babysitterin anzuvertrauen, und das geht natürlich auf keinen Fall.

Es ist wohl unnötig, zu betonen, dass die Jammerer in der Überzahl sind. Es gibt ja auch so viel zu jammern mit Kindern. Erst tun sie nichts anderes, als schreien und kacken, dann schreien sie und krabbeln auf allen Vieren durch die Wohnung (und den Matsch im Park) und reißen Seiten aus 100$-Bildbänden von Island, die man zwar noch nie durchgeblättert hat, man regt sich aus Prinzip aber trotzdem auf. Dann kommt die Phase, in der sie sich im Supermarkt auf den Boden werfen (und auch wieder schreien) und sich weigern, Gemüse zu essen, Tee zu trinken oder braune Schuhe anzuziehen. Dann sind sie die einzigen in der Klasse, die keine Nike-Sneaker haben oder kein Star Wars Lego oder kein iPad. Und wer das alles überstanden hat, dem steht noch die Pubertät bevor, in der sie uns einfach nur hassen (und wir sie). Und dann sind sie weg. Auf einem Trip durch Europa (den wir bezahlen), auf einer Uni auf der anderen Seite des Landes (die wir bezahlen) oder im Gefängnis (das wir im Grunde auch bezahlen).
http://starswhatsappnumbers.weebly.com/uploads/3/7/1/5/37155045/8098275_orig.jpg

 

https://content4.promiflash.de/article-images/video_1080/helene-fischer-telefoniert-mit-einer-banane.jpg

 

Mit etwas Glück rufen sie an Weihnachten an, aber ich habe erst kürzlich gelesen, dass man sich für das Geld, das man bis zu diesem Zeitpunkt schon in seine Kinder investiert hat, auch von Justin Bieber oder Helene Fischer (vermutlich sogar von beiden zusammen) anrufen lassen kann. Streiten könnte ich mit denen auch, ich hätte ihnen einiges zu sagen!

Sollten wir Mütter bei dem ganzen Elend daher nicht lieber zusammenhalten, anstatt uns (heimlich) gegenseitig fertig zu machen? Ich meine, Sie wissen ja, dass Sie die beste Mutter sind und die anderen ein Rad ab haben, schon längst von ihren Männern betrogen werden und ihr Leid mit dreistöckigen Prinzessinnenkuchen kompensieren müssen, reicht das nicht?

print

Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.